Dissoziation als eine Form der Emotionsregulation? Eine Ecological Momentary Assessment Studie bei Jugendlichen im stationären psychiatrischen Setting

In unserer Studie haben wir 48 Jugendliche während ihrer stationären psychiatrischen Behandlung begleitet. Über 5 Tagen hinweg beantworteten sie mehrmals täglich auf ihrem Smartphone Fragen zu ihrer Stimmung und zu dissoziativen Erfahrungen. Gleichzeitig gaben sie bei jeder Befragung eine Speichelprobe ab, anhand derer wir das Stresshormon Cortisol bestimmten.
Dabei zeigte sich: Dissoziative Erfahrungen und negative Stimmung traten im stationären Alltag der Jugendlichen häufig gleichzeitig auf. Interessant war zudem, was bei erhöhten Cortisolwerten geschah: Stärkere Dissoziation ging dann mit weniger negativer Stimmung beim nächsten Messzeitpunkt einher.

Das könnte darauf hindeuten, dass Dissoziation unter bestimmten Bedingungen kurzfristig eine emotionsregulierende Funktion erfüllt. Es braucht jedoch noch weitere Studien, um diesen möglichen Mechanismus zu bestätigen.

Hier geht es zur Studie.