In der Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen wird die psychische Gesundheit durch den Fokus auf die körperlichen Symptome häufig unzureichend berücksichtigt.
In Zusammenarbeit mit dem Inselspital sowie fünf weiteren Schweizer Zentren (Aarau, Basel, Genf, St. Gallen, Zürich) wurde in dieser Studie erstmals die psychische Gesundheit von Menschen mit Hämophilie (Bluterkrankheit) systematisch untersucht. Mithilfe diagnostischer Interviews und validierter Fragebögen konnten psychische Belastungen und psychiatrische Erkrankungen in einer schweizweiten Stichprobe untersucht werden. Die Ergebnisse zeigen eine psychische Belastung bei einem erheblichen Anteil der Betroffenen. Rund ein Viertel der Teilnehmenden erfüllte die Kriterien für eine psychiatrische Erkrankung. Diese Ergebnisse sind doppelt relevant: einerseits für die Kenntnis und den Erhalt psychischer Gesundheit chronisch Erkrankter andererseits für die Behandlung der Grundkrankheit, da diese Befunde die Therapietreue massgeblich beeinflussen können. Diese ist bei Patienten mit Hämophilie von zentraler Bedeutung. Die Befunde unterstreichen die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Versorgung Hämophiler aber auch sonstiger chronisch erkrankter Menschen, die körperliche und psychische Aspekte systematisch einbezieht.
Lesen Sie hier unseren frei zugänglichen Artikel: hier