Persönlichkeitseigenschaften, Denkweisen und frühe Warnzeichen psychischer Belastung: Wie hängen sie zusammen?
Dysfunktionale Persönlichkeitsaspekte und Denkweisen können die psychische Gesundheit belasten. Dazu gehören Schwierigkeiten in der Beziehung zu sich selbst und anderen, sowie Denkweisen wie „Alles-oder-nichts“-Denken oder das Schlussfolgern aus Gefühlen. In unserer Studie haben wir 444 Menschen aus der Bevölkerung des Kantons Bern interviewt, um zu untersuchen, ob und wie diese Faktoren mit frühen Warnzeichen schwerer psychischer Erkrankungen – wie psychotischen Störungen – zusammenhängen.
Unsere Ergebnisse zeigen, dass Schwierigkeiten in der Beziehung zu sich selbst und anderen mit dem Auftreten von Symptomen zusammenhängen, die bei der Vorhersage einer psychotischen Störung helfen und Denkinhalte oder -prozesse spezifisch betreffen. Zudem waren in unserer Studie dysfunktionale Denkweisen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit sowie einer höheren Schwere solcher Symptome verbunden. Bei Symptomen, die die Wahrnehmung betreffen (z.B. etwas sehen oder hören, das nicht da ist), hingen dysfunktionale Denkweisen vor allem mit der Wahrscheinlichkeit zusammen, dass diese Symptome auftreten. Bei Symptomen, die das Denken betreffen (z.B. Konzentrationsschwierigkeiten, seltsame Überzeugungen), waren dysfunktionale Symptome eher damit verbunden, wie stark diese Symptome sind. Dieses Wissen hilft uns, die Verbindungen zwischen Persönlichkeit, Denken und Warnzeichen schwerer psychischer Erkrankungen besser zu verstehen. Unsere Ergebnisse könnten dazu beitragen, Präventionsstrategien weiter zu verbessern. Zum Nachlesen hier.