Stresshormone bei Computerspielsucht

Wenn Gamen zur Stressreduktion verwendet wird, kann dies zur Entstehung von Computerspielsucht beitragen. Die Erforschung der Stressreaktionen bei Computerspielsucht ist daher wichtig um auslösende und aufrechterhaltende Prozesse besser verstehen und therapieren zu können. In einer unserer letzten Studien zeigten wir, dass Jugendliche mit Computerspielsucht auf Stress weniger Cortisol ausschütten, obwohl sie sich dabei deutlich gestresster fühlen (Kaess et al., 2017). Daher haben wir uns in der aktuellen Studie «Diurnal Profiles of the Endocrine Stress Response in Internet Gaming Disorder» angeschaut, ob auch die Tagesverläufe der Stresshormone verändert sind. Hierfür wurden die Tagesverläufe der beiden Stresshormone Cortisol und α-Amylase von 29 Jugendliche mit Computerspielsucht und 26 gesunden Jugendlichen verglichen. Weiterhin haben wir geprüft ob sich die Verläufe ändern, wenn die Gaming-Gruppe viel spielt - oder versucht gar nicht zu spielen. Es konnten in der Studie keine Unterschiede in den Tagesverläufen gefunden werden, was darauf hindeutet, dass die generellen Tagesverläufe der Stresshormone nicht beeinflusst werden von der Computerspielsucht, aber dass auf akuten Stress vielleicht zu wenig Cortisol ausgeschüttet wird. Zum Nachlesen hier.