Familiäre Kommunikation im Fokus: Wie elterliche Emotionen suizidale Gedanken bei Jugendlichen beeinflussen können.
Suizidale Gedanken im Jugendalter stehen häufig im Zusammenhang mit zwischenmenschlichen Erfahrungen – insbesondere im familiären Kontext. Welche Rolle dabei die emotionale Kommunikation von Eltern spielt, wurde bisher jedoch vor allem mit Blick auf negative Aspekte wie Kritik untersucht.
In einer Studie, geleitet durch das Team der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUKZH), haben wir untersucht, wie das Zusammenspiel von positiven und negativen emotionalen Äußerungen von Müttern mit suizidalen Gedanken bei Jugendlichen zusammenhängt. Die Ergebnisse zeigen: Je stärker positive Gefühle überwiegen, desto seltener treten suizidale Gedanken auf. Dieser Zusammenhang wird dabei durch zentrale zwischenmenschliche Faktoren vermittelt – das Gefühl, nicht dazuzugehören (thwarted belongingness) und eine Belastung für andere zu sein (perceived burdensomeness). Die Befunde zeigen, dass es nicht nur wichtig ist, negative Interaktionen zu reduzieren, sondern vor allem positive elterliche Kommunikation zu fördern.