Grundversorgung und universitäre Angebote
Die Universitätsklinik für Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie bietet umfassende psychiatrische Versorgung für Erwachsene bis 65 Jahre – von der Grundversorgung bis zur spezialisierten Behandlung komplexer Krankheitsbilder.
Behandlung wo und wie
Klinisch Psychologischer Dienst (KPD)
Neben der Führung der psychologischen Mitarbeitenden der Universitätsklinik für Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie hat der Klinisch Psychologische Dienst (KPD) den Auftrag, das psychologische und psychotherapeutische Wissen und Können nach neustem Stand der universitär-wissenschaftlichen Forschung in der psychiatrisch-psycho-therapeutischen Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherzustellen. Damit leistet der KPD einen wichtigen Beitrag zur Verwirklichung des biopsychosozialen Modells der Universitätsklinik für Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie. Die Orientierung an den Problemen und Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ist eine zentrale Leitlinie psychologischen Arbeitens. Die psychologische Perspektive ermöglicht dabei einen besonders persönlichen und präzisen Zugang und wird in der Diagnostik und Therapie konsequent umgesetzt.
Klinische Psychologinnen und Psychologen werden in unterschiedlichen Funktionen eingesetzt. Als Spezialistinnen für Psychotherapie und Diagnostik werden sie in die ärztlichen Behandlungen miteinbezogen oder übernehmen fallführend die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung von Patientinnen und Patienten. Psychologinnen und Psychologen bieten psychologische Spezialangebote wie hochspezifische psychotherapeutische Verfahren oder Gruppenpsychotherapien an. Neben der Kernaufgabe der klinischen Tätigkeit übernehmen sie Aufgaben in der Aus- Weiter- und Fortbildung und in der Forschung.
Klinische Tätigkeit
- Diagnostik im Rahmen von Gutachten, Indikationsstellung, Therapieverlauf
- Differentialdiagnostik Psychopathologie
- Leistungsdiagnostik
- Neuropsychologische Diagnostik
Psychologische Psychotherapie (Einzel, Gruppe und Familie)
Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten des Klinisch Psychologischen Dienstes (KPD) sind zuständig für die psychologische Psychotherapie. Mittels klinisch psychologischen Therapiemethoden wird bei Patienten eine Heilung bzw. Verringerung von psychischem und/oder somatischem Leiden bewirkt. Die Therapiemethoden unterscheiden sich in der Ausprägung systematischer und strukturierter Gesprächsführung (z.B. Problemklärung, Motivationsförderung, Ressourcen-Aktivierung), in den Therapieziel orientierten Übungen von Erlebens- und Verhaltensweisen (z.B. Fertigkeitstraining, Achtsamkeitsübung) und in der Analyse und Nutzung der therapeutischen Arbeitsbeziehung (z.B. Übertragungs- und Gegenübertragungsanalyse).
Spezialangebote
Durch den Klinisch Psychologischen Dienst werden im Rahmen der Sprechstunden psychotherapeutische Behandlungen angeboten.
Die Psychotherapien werden nach neustem Stand der universitär-wissenschaftlichen Forschung in Psychiatrie und Psychotherapie durchgeführt. Eine psychotherapeutische Behandlung an der Poliklinik ist insbesondere auch dann sinnvoll, wenn aufgrund der Komplexität der Problematik oder zusätzlich bestehender somatischer Probleme eine enge Zusammenarbeit mit spezialisierten psychiatrischen und somatischen Ärzten notwendig ist.
Neben den allgemeinen Psychologischen Psychotherapien werden an der Poliklinik folgende hochspezifischen psychotherapeutischen Verfahren angeboten:
ASSIP ist eine spezialisierte psychotherapeutische Kurzintervention für Patientinnen und Patienten nach einem Suizidversuch. Ziel ist es, suizidales Erleben und Verhalten besser zu verstehen und zukünftige suizidale Krisen gemeinsam vorzubeugen.
Weitere Informationen: Kompetenzzentrum für Suizidprävention (KOSP) Schweiz
ACT ist ein Psychotherapieverfahren für Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Störungsbildern, bei dem achtsamkeits- und akzeptanzbasierte Techniken mit Werte klärenden Interventionen verbunden werden.
CBASP ist ein Psychotherapieverfahren für Patientinnen und Patienten mit einer chronischen Depression mit Fokus auf das interpersonale Verhalten und interpersonale Probleme.
Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) ist ein Psychotherapieverfahren für Patientinnen und Patienten mit einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung/Borderline Persönlichkeitsstörung mit Fokus auf Spannungs- und Emotionsregulation.
Eye Movement Desensitization and Reprocessing Therapy (EMDR) ist ein traumafokussiertes Psychotherapieverfahren für Patientinnen und Patienten mit Traumafolgestörungen.
Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy (IRRT) ist ein traumafokussiertes Psychotherapieverfahren für Patientinnen und Patienten mit Traumafolgestörungen.
KVT-Expositionstherapie ist ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Psychotherapieverfahren für Patientinnen und Patienten mit Angst- und Zwangsstörungen, bei dem der Fokus der Behandlung auf die Konfrontation mit den Ängsten und Zwängen gelegt wird.
Narrative Expositionstherapie (NET) ist ein traumafokussiertes Psychotherapieverfahren für Patientinnen und Patienten mit Traumafolgestörungen.
Schematherapie ist ein Psychotherapieverfahren für Patientinnen und Patienten mit chronifizierten Störungen und Persönlichkeitsstörungen.
Die AD(H)S-Gruppenpsychotherapie ist ein Angebot, welches sich an Patientinnen und Patienten richtet, die vom AD(H)S-Syndrom betroffen sind. Ziel ist es, den Teilnehmenden eine Reihe von Fertigkeiten und Strategien zu vermitteln, die ihnen im Umgang mit ihren Symptomen Unterstützung bieten sollen. Die erarbeiteten Inhalte wie z.B. Psychoedukation, Organisation im Alltag, Stressmanagement, Emotionsregulation, etc. werden mittels Hausaufgaben im Alltag erprobt und gefestigt.
Die ASS-Gruppenpsychotherapie ist ein Angebot, welches sich an Patientinnen und Patienten richtet, die im Autismus-Spektrum liegen. Ziel ist es, den Teilnehmenden eine Reihe von Fertigkeiten und Strategien zu vermitteln, die ihnen im Umgang mit Stress, unklaren Emotionen und sozialen Situationen Unterstützung bieten sollen. Es werden Erklärungsmodelle erarbeitet, Bewältigungsansätze besprochen und mit praktischen Übungen trainiert. Die erarbeiteten Inhalte werden mittels Hausaufgaben im Alltag erprobt und gefestigt.
CBASP – Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy - ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das speziell für Menschen entwickelt wurde, die an einer chronischen Depression leiden. Der Schwerpunkt des Verfahrens liegt in der Veränderung von Verhaltensweisen im zwischenmenschlichen Bereich. In der Gruppentherapie wird gelernt, die Auswirkungen des eigenen Verhaltens besser zu erkennen und gezielt so zu verändern, dass zwischenmenschliche Probleme gelöst werden können.
Die DBT-Skillsgruppen-Psychotherapie ist ein Angebot, welches sich an Patientinnen und Patienten richtet, die an einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung/Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden und Schwierigkeiten im Umgang mit intensiven Gefühlen und Spannungszuständen sowie selbstschädigendem Verhalten haben. Es werden Skills zur Krankheitsbewältigung nach dem dialektisch behavioralen Therapieansatz eingeübt.
Folgende Themen werden bearbeitet:
- Achtsamkeit
- Umgang mit Gefühlen
- Stresstoleranz
- zwischenmenschliche Fertigkeiten
- Selbstwert
Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie für Depression (MBCT) ist ein gruppentherapeutisches Programm mit dem Ziel, weiteren depressiven Episoden vorzubeugen. MBCT eignet sich für Patientinnen und Patienten, die bisher drei oder mehr depressive Episoden erlebt haben und zusätzlich zur bisherigen Behandlung etwas zur Vorbeugung weiterer depressiver Episoden unternehmen wollen.
Die Gruppentherapie STARK (Skillstraining zur Affektregulation - ein kultursensibler Ansatz) richtet sich an Patientinnen und Patienten, die aus ihrem Heimatland flüchten mussten. Ziele der Gruppentherapie sind das bessere Erkennen und Verstehen eigener Gefühle, Erkennen und Identifizieren von persönlichen Warnzeichen, das Erlernen und Anwenden wirksamer Skills zur Emotionsregulation sowie der Abbau dysfunktionaler Emotionsregulationsstrategien.
Die Gruppe findet mit Übersetzung statt. Pro Durchgang können nur Patientinnen und Patienten mit einer gemeinsamen Sprache aufgenommen werden.
IPT behandelt Depressionen, indem aktuelle zwischenmenschliche Belastungen und Veränderungen im sozialen Umfeld gezielt bearbeitet werden. Im Fokus stehen insbesondere Konflikte, Trauer, Rollenwechsel und soziale Isolation.
Tagesstationäre Angebote
Das Angebot richtet sich an psychisch belastete Menschen in schwierigen Lebensumständen, die keine stationäre Behandlung benötigen, für die jedoch eine ambulante Therapie nicht ausreicht. Behandelt werden insbesondere Patientinnen und Patienten mit Depressionen, Angst-/ Zwangserkrankungen, Persönlichkeitsstörungen sowie posttraumatischen Belastungsstörungen.
DetailsDas Angebot der Akuttagesklinik der Universitätsklinik für Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie richtet sich an Menschen, die eine intensive Behandlung benötigen, jedoch nicht oder nicht mehr auf eine vollstationäre Betreuung angewiesen sind. Es richtet sich primär an Patientinnen und Patienten mit affektiven Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder bipolaren Störungen. Darüber hinaus können auch Personen mit anderen Krankheitsbildern, etwa Schizophrenie oder Persönlichkeitsstörungen, am Programm teilnehmen.
DetailsDas Gemeindepsychiatrische Zentrum (GPZ) der Universitätsklinik für Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie des UPZ bietet eine umfassende, wohnortnahe Grundversorgung für Menschen mit psychischen Erkrankungen.
DetailsTherapieunterstützende Angebote
Die therapieunterstützenden Angebote sind vielfältig und werden individuell auf die Bedürfnisse und Ziele der Patientinnen und Patienten abgestimmt. Sie sind ein zentraler Bestandteil der Behandlung und ergänzen die medizinische und psychotherapeutische Versorgung.
Zum Einsatz kommen unterschiedliche Angebote wie Psychotherapie, Ergo-, Kunst- und Musiktherapie, Körper- und Physiotherapie, tiergestützte Therapie, sowie sozialarbeiterische Beratung und Ernährungsberatung. Diese Angebote können einzeln oder in Kombination, im Einzel- oder Gruppensetting und je nach Behandlungsform ambulant, tagesstationär oder stationär stattfinden.