Forensisch-Psychiatrische Spezialstation Etoine
Die forensisch-Psychiatrische Spezialstation Etoine ist eine hochspezialisierte Abteilung zur stationären Abklärung und Behandlung inhaftierter sowie zivilrechtlich untergebrachter Menschen. Im Hinblick auf psychiatrische Behandlung bildet sie eine Ergänzung zur Bewachungsstation (BEWA) am Inselspital Bern.
Etoine ist eine geschlossen geführte, zweisprachige Station mit 14 Plätzen. Der erhöhte Sicherheitsbedarf wird durch bauliche Massnahmen und einen erhöhten Personalschlüssel gewährleistet.
In der Station Etoine werden zwei Gruppen von Patientinnen und Patienten behandelt:
- Psychisch erkrankte Menschen im rechtmässig angeordneten Freiheitsentzug (alle Haftarten und Massnahmenvollzug)
- Für Patienteninnen und Patienten mit einer fürsorgerischen Unterbringung (äFU, bFU), die ein besonders hohes Sicherheitsdispositiv benötigen
Etoine ist eine sichere Station, aber keine Gefängnisstation. Entsprechend herrscht auf der Station keine Gefängnisatmosphäre.
Behandlung und Betreuung erfolgen durch Fachpersonen aus Medizin, Pflege, Psychologie, Sozialarbeit und Therapie. Das Behandlungssetting ist milieutherapeutisch orientiert und umfasst psychotherapeutische sowie soziotherapeutische Angebote. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 30 Tage.
Die Station Etoine verfügt über einen besonders reizabgeschirmten Bereich für Intensivbehandlungen mit Monitorüberwachung.
Nach Bedarf werden Begutachtungen durchgeführt.
Die Station Etoine ist eine ärztlich geführte psychiatrische Akutstation mit erhöhtem Sicherheitsdispositiv. Sie verfügt über einen hohen Sicherheitsstandard, ist aber kein Gefängnis des Kantons Bern. Patientinnen und Patienten aus dem Kanton Bern werden prioritär aufgenommen, ausserkantonale Aufnahmen sind ebenfalls möglich.
Ärztinnen und Ärzte können Personen mit akuten psychiatrischen Erkrankungen, die stationär behandlungsbedürftig sind und ein erhöhtes Sicherheitsdispositiv benötigen, mit einem gültigen Rechtstitel betreffend Freiheitsentzug zuweisen.
Somit ist es auch möglich, Patientinnen und Patienten mit einer ärztlichen oder behördlichen fürsorgerischen Unterbringung zu behandeln.
Aufgrund der im Allgemeinen hohen Auslastung kann es bei ausserkantonalen Patientinnen und Patienten ausserhalb des Strafvollzugskonkordats Nordwest- und Innerschweiz zu Wartezeiten kommen.
Um einen elektiven Eintritt definitiv inklusive aller Kostengutsprachen zu planen, ist die Zuweisung per Mail erforderlich.
Vor der Aufnahme müssen die Krankenbehandlungskosten wie auch die Sicherheitskosten sichergestellt sein. Nach Eingang der Anmeldung mittels Anmeldeformular wird diese bestätigt.
Die Anmeldung auf der Station erfolgt ausschliesslich ärztlich. Für indizierte psychiatrische Notfälle besteht eine 24-Stunden-Aufnahmebereitschaft.
Eine vorgängige fachärztliche telefonische Anmeldung bei der Oberärztin oder dem Oberarzt der Station Etoine wird empfohlen.