Evidenzbasierte personalisierte Psychotherapie bei schizophrenen Psychosen (Akronym: EPPS)

Die kumulierte Evidenz aus drei Jahrzehnten kontrollierter Wirksamkeitsforschung liefert heute robuste Belege für die Wirksamkeit und Effektivität verschiedener psychotherapeutischer Ansätze in der Behandlung schizophrener Psychosen. In einer eigenen umfassenden Metaanalyse wurden die Ergebnisse aller verfügbaren randomisierten kontrollierten Studien extrahiert und in gewichtete mittlere Effektstärkendifferenzen zwischen den verschiedenen Psychotherapiebedingungen und Kontrollgruppen im Hinblick auf die verschiedenen untersuchten Ergebnisvariablen umgerechnet. Deren Signifikanz wurde mittels Konfidenzintervallen geprüft, und es wurden Homogenitätstests durchgeführt, um die Konsistenz der Effekte zu untersuchen. Trainings sozialer Fertigkeiten und kognitiver Funktionen, psychoedukative Interventionen unter Einbezug der Angehörigen sowie kognitive Verhaltenstherapie bei persistierenden Halluzinationen und Wahnideen erwiesen sich als wirksame psychotherapeutische Ergänzungen der Pharmakotherapie, welche die sozialen Kompetenzen und das kognitive Leistungsniveau verbessern, die Rückfallraten senken sowie die Belastung durch chronische Positivsymptomatik verringern, begleitet von einer leichten Steigerung des psychosozialen Funktionsniveaus. Angesichts der geringen Unterschiede der Effektstärken zwischen den verschiedenen effektiven psychotherapeutischen Ansätzen bleiben jedoch Fragen zu den spezifisch wirksamen Therapiekomponenten, den synergetischen Effekten sowie zur differenziellen und adaptiven Indikation offen.

Eine geplante Metaanalyse aller verfügbaren Prozess-Ergebnis-Studien auf dem Gebiet der Psychotherapie schizophrener Psychosen zielt darauf ab, diejenigen Behandlungskomponenten zu identifizieren, die therapeutische Veränderungen begünstigen, sowie deren Interaktionen mit relevanten Merkmalen von an Schizophrenie erkrankten Personen zu untersuchen. Ziel dieser Analyse ist es, einen integrativen psychotherapeutischen Ansatz bei schizophrenen Psychosen zu skizzieren, der massgeschneidert – d. h. personalisiert – auf die spezifischen Bedürfnisse und Ressourcen der einzelnen Patientinnen und Patienten abgestimmt werden kann.

Verantwortliche Personen
Leitung: Mario Pfammatter, Wolfgang Tschacher