Resilienzförderung gegenüber stressbedingten psychischen Erkrankungen (RESISTRESS)
Resilienz – definiert als die psychische Anpassungsfähigkeit eines Individuums an belastende oder gar traumatische Erfahrungen – hat sich zu einem der wichtigsten Themen der Förderung mentaler Gesundheit entwickelt. Das Ausmass der Resilienz bestimmt, inwieweit Individuen oder Gruppen, die schweren Belastungen ausgesetzt sind, ihre psychische Gesundheit aufrechterhalten können oder sich im Anschluss rasch davon erholen. Die Identifikation von Faktoren, welche die Resilienz begünstigen, stellt daher eine Kernaufgabe der psychischen Gesundheitsförderung dar. Dementsprechend konzentrierte sich die Forschung in den vergangenen Jahren stark auf die Entwicklung und Evaluation psychologischer Interventionen zur Stärkung der Resilienz. Die Ergebnisse dieser Interventionsforschung wurden in systematischen Reviews und Metaanalysen zusammengefasst. Deren Anzahl ist mittlerweile jedoch derart angewachsen, dass es zunehmend schwerfällt, einen umfassenden Überblick über die Befunde zu behalten und prägnante Schlussfolgerungen zu ziehen.
Durch ein umfassendes Umbrella-Review mit quantitativer Evidenzsynthese sollen die Ergebnisse der aktuell verfügbaren Metaanalysen der Wirksamkeit psychologischer Interventionen zur Resilienzförderung bei unterschiedlichen Zielgruppen valide und reliabel zusammengefasst und bewertet werden.
Zusätzlich wurde eine umfassende Netzwerk-Metaanalyse durchgeführt, um die relative Wirksamkeit der verschiedenen kognitiv-verhaltenstherapeutischen Ansätze (KVT) zur Resilienzförderung zu evaluieren. Die Analyse bestätigte die klinische Wirksamkeit verschiedener KVT-Ansätze in der Verbesserung der individuellen Resilienz, wobei sich die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) sowie gruppenbasierte KVT als besonders effektiv erwiesen.
Verantwortliche Personen
Leitung: Mario Pfammatter, Kristina Adorjan
Team: Martin Brunner, Isabelle Meyer