Transdiagnostic evaluation of language with Large Language Models for mental disorders (TELLMED)

In der Psychiatrie ist Sprache ein zentrales Werkzeug. Wie jemand erzählt – die Wortwahl, der Aufbau oder das Ausgelassene – kann Hinweise auf das Befinden geben. Bisher nehmen Fachpersonen solche Hinweise vor allem im Gespräch auf. Dies braucht Zeit und viel Erfahrung.

TELLMED untersucht, ob grosse Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) – dieselbe Technologie, die auch hinter Programmen wie ChatGPT steht – solche Hinweise ebenfalls erkennen können. Wir arbeiten mit zwei Arten von Texten: mit klinischen Notizen aus der Patientenakte, die den Verlauf über längere Zeit dokumentieren, und mit Erzählungen, in denen Patientinnen und Patienten von eigenen Erlebnissen berichten.

Die Sprachmodelle analysieren diese Texte auf mögliche Anzeichen für Depression und Psychose. Die Ergebnisse vergleichen wir mit etablierten klinischen Verfahren. So wollen wir herausfinden, ob sich Symptome anhand von Sprache verlässlich und in grossem Massstab erfassen lassen – und wo solche Modelle an ihre Grenzen stossen.

Verantwortliche Personen
Leitung: Yosuke Morishima
Team: Jessica Peter, Jochen Kindler, Zoe Bücher, Kim Jione, Keiichiro Nishida (Osaka Medical and Pharmaceutical University)