Kompetenzzentrum für Interventionelle Psychiatrie und Augmentierte Psychotherapie (KIPAP)
Das Kompetenzzentrum bietet umfassende, modernste Behandlungen für Menschen mit affektiven Erkrankungen (vorwiegend Depressionen), komplexen Bewegungsstörungen (inklusive Katatonien), neuropsychiatrischen Erkrankungen mit primär psychiatrischem Behandlungsauftrag, sowie weiteren neuropsychiatrischen Erkrankungen (z.B. Zwangserkrankungen und Schizophrenien) an, bei denen der Einsatz von Hirnstimulationsverfahren indiziert ist.
Dabei setzen wir auf eine Kombination von störungsspezifischer, evidenzbasierter Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Pharmakotherapie, sowie neuesten Entwicklungen der Hirnstimulation. Dazu koordiniert das KIPAP Behandlung, Weiterbildung und Forschung.
Kontakt
Universitätsklinik für Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie
Murtenstrasse 21
3008 Bern
Stationen
Die Station Wernicke bietet moderne Behandlungen für komplexe psychiatrische Erkrankungen an, die individuell abgestimmte Kombination von störungsspezifischer Psychotherapie, Pharmakotherapie und moderne Hirnstimulationsverfahren erfordern.
DetailsBehandlung im Kompetenzzentrum für Interventionelle Psychiatrie und Augmentierte Psychotherapie (KIPAP)
Das KIPAP stellt für die Behandlung verschiedener komplexer psychischer Erkrankungen stationäre, teilstationäre, ambulante und konsiliarische Angebote zur Verfügung. Die besondere, tertiärmedizinische Expertise umfasst die Behandlung von schwer therapierbaren Depressionen, komplexen Bewegungsstörungen wie z.B. Katatonien und neuropsychiatrischen Erkrankungen. In Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Neurologie erfolgt bei Bedarf eine umfassende differenzialdiagnostische Abklärung schwerer und komplexer Krankheitsbilder.
Für Patientinnen und Patienten wird ein individueller Behandlungsplan erstellt, bei der störungsspezifische Psychotherapien, medikamentöse Behandlungen und modernste Hirnstimulationsverfahren sinnvoll kombiniert werden.
Die folgenden Hirnstimulationsverfahren werden angeboten: Elektrokonvulsionstherapie (in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Anästhesiologie des Inselspitals), transkranielle Magnetstimulation (rTMS), Behandlung mit Esketamin / Ketamin und Tiefe Hirnstimulation (THS, englisch DBS). Diese werden in Kombination mit störungsspezifischen Psychotherapieverfahren im Einzel- und Gruppensetting eingesetzt und wissenschaftlich untersucht. Zudem finden Studien zur transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) bei affektiven Erkrankungen und zur LSD-augmentierten Psychotherapie bei Alkoholabhängigkeit statt.
Weiter- und Fortbildung KIPAP
Das UPZ ist anerkannte Weiterbildungsstätte für den Fähigkeitsausweis für Interventionelle Psychiatrie (SGIP-SSPI). Der Erwerb des Fähigkeitsausweises steht Assistenz- und Oberärztinnen und Oberärzte offen.
Ein breites Spektrum von Hirnstimulationsverfahren kann an unserer Klinik erlernt werden. Wir orientieren uns hierbei fortlaufend an dem aktuellen wissenschaftlichen Stand. Unsere Weiterbildungsstätte wurde zudem von der DGPPN für die EKT zertifiziert. Regelmässig bieten wir Vorlesungen, Weiterbildungen und Seminare, sowie die Betreuung von Master- und Doktorarbeiten an. Niedergelassene Kolleg:innen können komplexe Fälle im Rahmen des pharmakologischen Kolloquiums besprechen (Das Berner Psychopharmakologische Mittagskolloquium | Bernische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapien)
- Interventionelle Psychiatrie und neuartige Substanzen zur Behandlung affektiver Störungen –Aerzteverlag medinfo AG
- Distinct and shared patterns of brain plasticity during electroconvulsive therapy andtreatment as usual in depression: an observational multimodal MRI-study |Translational Psychiatry
- Electroconvulsive therapy induces remodeling of hippocampal co-activation with the default modenetwork in patients with depression - ScienceDirect
- Analyzing fractal dimension in electroconvulsive therapy: Unraveling complexity instructural and functional neuroimaging - ScienceDirect
- Antidepressants and alcohol use disorder: A multicenter study on the mediating role ofdepression symptom changes - Jaeger - 2024 - Alcohol, Clinical and ExperimentalResearch - Wiley Online Library
- Frontiers | Rescuers at Risk: Posttraumatic Stress Symptoms Among Police Officers, FireFighters, Ambulance Personnel, and Emergency and Psychiatric Nurses
- Hippocampal volume trajectory and its relation to clinical course during and following ECT-treatment in patients with depression: A systematic review and meta-analysis - ScienceDirect
- Psychological Therapy Quantity and Depressive Symptom Reduction in Psychedelic-Assisted Therapy: A Systematic Review and Meta-Analysis | Clinical Pharmacy and Pharmacology | JAMA Network Open | JAMA Network
- Frontiers | From work-related trauma to suicidal ideation: a serial mediation model of posttraumatic stress and depression in rescue workers
- Neural signatures of major depression across the episodic memory circuitry - ScienceDirect
- A systematic review of accelerated transcranial magnetic stimulation induced neuroplasticity in patients with depression - ScienceDirect
Forschung
Es finden zahlreiche Forschungsprojekte im Bereich der Interventionellen Psychiatrie und der Augmentierten Psychotherapie statt.
Exploring the role of the prefrontal cortex in remembering and forgetting (PI: Prof. Dr. phil. Jessica Peters, Förderung: Schweizerischer Nationalfonds (SNF))
Investigating TMS-induced brain plasticity –an observational 7 Tesla MRI-study (PI: Prof. Dr. med. Tobias Bracht, Förderung: Stipendien Postdoc - fondation adrian etsimone frutiger)
Brain-Heart-Gut Connection (PI: PD Dr. phil. Anna-Katharine Brem, Research: Projects - University Clinics UPZ).
Neuromodulation-induced plasticity of hippocampal networks - diagnostic and prognostic value for mood,cognitive and motor outcome in depression (PI: Prof. Dr. med. Bogdan Draganski, Prof. Dr. med. Tobias Bracht, Förderung: Schweizerischer Nationalfonds (SNF))
Study Details | Clonidine to Prevent Delirium After ElectroconvulsiveTherapy. | ClinicalTrials.gov(PI: PD Dr. med. Christian Beilstein)
GEMRIC - The Global ECT-MRI Research Collaboration - Helse Bergen HF (PI: Prof. Dr. med. Tobias Bracht, Dr. med. Niklaus Denier, Prof. Dr. med. Bogdan Draganski)
Investigating efficacy and microstructural plasticity of LSD treatment in patients withalcohol use disorder: A multicenter, double-blind, randomized, active-placebocontrolled phase II neuroimaging study (PI: Prof. Dr. phil. Leila Soravia, Prof. Dr. med. Tobias Bracht, PD Dr. med. Felix Müller, Förderung: Schweizerischer Nationalfonds (SNF))
Investigating neuroplasticity associated with psilocybin-assisted and mindfulnessbased relapse prevention group therapy in alcohol use disorder (PI: Dr. med. Niklaus Denier, Prof. Dr. phil. Leila Soravia, Prof. Dr. med. Tobias Bracht, Förderung: Funded projects | Swiss Foundation for Alcohol Research)
LYTA Studie: LSD-Behandlung bei Patient*innen mit Alkoholabhängigkeit
Die Universitätsklinik für Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie führt in Zusammenarbeit mit den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) und der Klinik Südhang eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Studie durch, um die Wirksamkeit von LSD zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit zu untersuchen. Neben der Untersuchung der klinischen Wirksamkeit wird zusätzlich bei einem Teil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mittels MRT-basierter Aufnahmen die neuronale Langzeitneuroplastizität erforscht.
Für diese Studie suchen wir nun Patientinnen und Patienten mit einer Alkoholabhängigkeit. Die Patientinnen und Patienten erhalten zusätzlich zu einem standardisierten ambulanten Rückfallpräventionsprogramm im Einzel- oder Gruppensetting verblindet und nach dem Zufallsprinzip entweder zweimalig eine niedrige Dosis LSD (0,010 bzw. 0,020 mg, „Mikrodosis“) oder zweimalig eine mittlere- bis hohe Dosis LSD (0,15 bzw. 0,25 mg). Patientinnen und Patienten, welche in der niedrigen Dosis-Gruppe waren erhalten nach Abschluss der Studie die Möglichkeit an einem Substanztag mit hoher Dosis teilzunehmen.
Wer: Mindestens 25-jährige Personen mit Alkoholabhängigkeit
Aufwand: Vor der ersten Therapiesitzung finden 2 Eintrittsuntersuchungen à ca. 2 h statt, welche Interviews, Fragebögen, Blutentnahme und körperliche Untersuchung beinhalten. Die Studie dauert insgesamt 30 Wochen ab der ersten Therapiesitzung, wobei das ambulante Therapieprogramm ca. 9 Wochen dauert. In dieser Zeit finden statt:
- Standardisiertes ambulantes Therapieprogramm (Gespräche, Fragebögen, Blutentnahmen): insgesamt 8 Therapiesitzungen im Einzel- oder Gruppensetting, die zwischen 60 und 120 Minuten dauern.
- 2 Substanztage (niedrige bzw. höhere Dosis LSD): 7 bis 12 h
- 3 MRT-Untersuchungen bei zusätzlicher Teilnahme an der Substudie zu der neuronalen Langzeitplastizität
Ort: Universitätsklinik für Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie (UPZ) Bern, Klinik Südhang, Universitäre Psychiatrische Kliniken (UPK) Basel
Alle Angaben werden vertraulich behandelt.
Bei Interesse melden Sie sich bitte unverbindlich bei unserer Studienmail
oder bei Gianluca Florineth, MSc.; gianluca.florineth@unibe.ch
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